Einige wichtige Begriffe, die im Text Verwendung finden:

Austrittspupille

Richtet man sein Fernglas auf einen hellen Hintergrund, hält es etwa 30cm vor seine Augen und sieht in die Okularlinsen (s. dort), erkennt man einen runden Lichtfleck, aus dem das Licht austritt. Dies ist die sogenannte Austrittspupille. Je größer sie ist, desto heller ist theoretisch das Bild des Fernglases. Man kann die Austrittspupille eines Fernglases leicht errechnen, indem man den Objektivdurchmesser durch die Vergrößerung teilt. Bei einem 10x50-Glas hieße die Rechnung beispielsweise 50mm:10=5mm. Bei einem 7x42-Glas wären es dementsprechend 42mm:7=6mm.

Brillenträgerokulare

Hochwertige Fernoptik wird heutzutage mit sogenannten Brillenträgerokularen gebaut. Das sind Okulare, deren Augenmuscheln entweder eingedreht, eingeschoben oder umgestülpt werden können, so dass auch beim Beobachten mit Brille der korrekte Abstand des Auges zur Okularlinse erhalten bleibt. Dadurch können auch Brillenträger das gesamte Sehfeld überblicken.

Innenfokussierung

Man spricht von Innenfokussierung, wenn die Fokussierlinse(n) ausschließlich im Inneren des Glases hin und her geführt wird, sich also keine außen am Gehäuse liegenden Teile bewegen. Durch diese Technik wird es u.a. möglich, das Glas wasser- und staubdicht zu bauen. Viele Hersteller versehen ihre Gläser zusätzlich mit einer Stickstoff-Füllung, die das Beschlagen der Linsen und Prismen im Inneren des Glases verhindert.

Objektivdurchmesser

Die zweite der in der Modellbezeichnung jedes Fernglases angegebenen Zahlen informiert über den Objektivdurchmesser.
Ein 10x50-Glas hat z.B. Objektivlinsen mit 50mm Durchmesser. Die Objektivlinsen eines 7x42-Glas haben dementsprechend 42mm Durchmesser. Die erste der beiden Zahlen gibt die Vergrößerung an (s. dort).

Objektivlinse

Die dem Objekt zugewandten Linsen eines Fernglases.

Okularlinsen

Die den Augen zugewandten Linsen eines Fernglases (lateinisch „oculus“ = Auge)

Prismen: Dachkant-/Porro-

Im Inneren moderner Ferngläser kommen neben verschiedenen Linsenarten auch Prismensysteme zum Einsatz.
Man unterscheidet zwei verschiedene Arten von Prismensystemen: Dachkant- und Porroprismen.
Gläser mit Dachkantprismen erkennt man sofort an ihrer schlanken Bauweise. Sie sehen aus, als seien sie aus zwei Röhren zusammengesetzt. Gläser mit Porroprismen hingegen weisen einen charakteristischen Knick im Gehäuse auf. Die Objektive stehen dadurch deutlich weiter auseinander als die Okulare (selten auch umgekehrt). Insgesamt sind Porrogläser also breiter gebaut und damit weniger handlich als Dachkantmodelle.

Schärfentiefe

Je größer die Schärfentiefe eines Fernglases, desto weniger muss beim Beobachten nachfokussiert werden. Je geringer die Vergrößerung, desto größer ist in der Regel die Schärfentiefe. Mit einem 7fach vergrößernden Glas, das man auf unendlich scharfgestellt hat, kann man häufig noch recht nahe Objekte scharf sehen, ohne nachzufokussieren. Bei einem 10fach vergrößernden Glas muss man dafür in der Regel die Scharfstellung korrigieren. Größere Schärfentiefe macht das Beobachten somit deutlich entspannter und lässt einen das betrachtete Objekt auch schneller erfassen.

Sehfeld

Das Sehfeld eines Fernglases wird in Metern auf tausend Meter angegeben. Beispielsweise kann man durch ein Glas mit 110m Sehfeld (=110/1000m) in einem Kilometer Entfernung ein rundes Feld mit 110m Durchmesser überblicken.

Stickstoff-Füllung

Siehe Innenfokussierung

Vergrößerung

Den Vergrößerungsfaktor eines jeden Fernglases kann man leicht an seiner Modellbezeichnung ablesen.
Er findet sich in Form der ersten der beiden angegebenen Zahlen. Zwei Beispiele:
Ein Glas mit der Bezeichnung 10x50 hat eine zehnfache Vergrößerung. Eines mit der Bezeichnung 7x42 vergrößert siebenfach. Die zweite Zahl gibt den Objektivdurchmesser an (s. dort).

Vergütung

Die hauchdünne Beschichtung (in der Regel mehrschichtig) der Linsen und Prismen eines Fernglases zum Zwecke der Verbesserung der Bildqualität. Der technische Aufwand bei der Vergütung ist der entscheidende Faktor, der optisch sehr gute von guten bzw. schlechten Ferngläsern trennt. Entwicklung und Aufbringung der verschiedenen Vergütungsschichten sind teuer und erklären den hohen Preis von Spitzenfabrikaten.